Zum Mißerfolg von Adapa

Revista Erasmus, nr. 12/2001, Bucureşti, Editura Ars Docendi, 2001.

Cătălin APOSTOL

Eine aufgrund literarischer Quellen verfasste Charakterisierung zeichnt u.a. aus, dass die Bewohner des alten Mesopotamien von der Unsterblichkeit Zwangsvorstellungen gehabt haben. Obwohl sie sich ihrer demütigen Bedingung als Sterbliche bewußt waren, oder vielleicht aus diesem Grund, haben die Mesopotamer daran zu denken und zu hoffen nicht aufgehört, dass sie diese von den Gottheiten tüchtig behütet „verbotene Frucht“ erzielen könnten. Aber mit einer einzigen Ausnahme stellen die mesopotamischen literarischen Texte, unter denen das Gilgameš-Epos am berühmtsten ist, in bezug auf dieses Thema keinen Erfolg dar. Zu dieser Kategorie gehört auch der altbabylonische Mythos1 , der den Umstand, in dem Adapa die Gelegenheit unsterblich zu werden verpasst hat, beschreibt2 . Die Gründe des Mißerfolgs bilden das Thema dieses Aufsatzes. Zuerst die Erzählung selbst3 . Adapa, der die Schöpfung von Ea ist, hatte von diesem Gott große Weisheit und Geschicklichkeit aber nicht ewiges Leben erhalten. Dank diesen Eigenschaften ist er für die Menschen ein Vorbild; er lernt und führt sie (A.1:8). Adapa versorgt auch die Nöte seines Schöpfers, d.h. Eas Kult (A.9:18). Als er eines Tages auf der See für Eas Tempel fischte, hat der Südwind ihn versenkt. Adapa spricht einen Fluch aus, um sich zu rächen, der das Fehlen des Südwinds aus dem Land zur Folge hat (B. 1:7). Der Hauptgott Anu erfährt die Gründe dieses Fehlens, und er schickt einen Boten, der den Schuldigen vor ihm holen musste (B. 7:13). Aber der Gott Ea, der weiß, was sich im Himmel abspielt, bereitet Adapa für die himmlische Reise vor. Der Held wird geraten, ein demütiges Aussehen und eine schmeichelhafte Rede anzunehmen, die die beiden Wächter des Anus Tors, Tammuz und Gizzida, auf seiner Seite anziehen mussten (B. 14:28). Sonderbare Sache, sofort nachdem Ea seinem Untertanen versichert hat, dass Anu sich beruhigen wird, sagt der Gott dem Helden, dass man ihm Todesspeise und Todestrank anbieten wird. Adapa wird diese „Gaben“ verweigern müssen, und er wird nur die Kleidung und das Öl annehmen dürfen. Der Held darf von diesen Ratschlägen keinesfalls abbringen (B. 28:34). Der göttliche Bote kommt, und Adapa steigt zu Anus Himmel hinauf. Sein Aussehen und seine Rede schmeicheln Tammuz und Gizzida. Adapa rechtfertigt vor Anu sein dem Südwind gegenüber Verhalten, und die beiden Wächter des Tors treten für ihn ein. Der Hauptgott beruhigt sich folglich, aber er scheint nicht den Zweck, für den Ea seinem Untertanen die Geheimnisse des Himmels und der Erde enthüllt hat, zu kennen (B. 34:59). Anu beschließt schließlich, dem Helden, trotz der Eas Voraussichten, Lebensspeise und Lebenstrank anzubieten, aber Adapa verweigert sie. Er nimmt nur die Kleidung und das Öl an (B. 60:65). Die von Adapa getroffene Wahl erstaunt Anu, der dem Helden sagt, dass er ewiges Leben nicht haben wird. Der Hauptgott will die Gründe dieser Wahl erfahren. Adapa antwortet sagend, Ea hat ihm von der Speise und dem Trank abgeraten (B. 66:69). Eas Tat überrascht Anu (D. 4:6). Das Mythosende ist plötzlich (B) und undeutlich (D). Adapa kehrt infolge Anus Bestimmung auf die Erde zurück (B. 70; D. 7:10), aber die Bedeutung der letzen Zeilen des Fragments D ist nicht klar. Es scheint, Anu trifft einige betreffs der Priester Entscheidungen, und er beauftragt eine Göttin die Krankenheiten, die Adapa wegen seiner Tat auf die Menschen gebracht hat, zu heilen (D. 11:21)4 .
Der Mythos, wie er heute gekannt ist, hat verschiedene Auslegungen, die eine Erklärung für Adapas Mißerfolg zu finden versucht haben, erlaubt. Die der himmlischen Adapas Reise unglückliche Lösung ist als Resultat eines Zufalls oder der Einmischung einer von den Mythosgestalten betrachtet worden. Im letzen Fall hat sich der Verdacht oft auf den Gott Ea gerichtet, aber hier erscheint ein Unterschied, der von der Absicht, die der Gott dem Helden gegenüber gehabt hat, abhängt: 1) Ea hatte seinen Untertanen zu trügen vor5 , oder 2) der Eridusgott hatte diese Absicht nicht, aber er ist schuldig, weil er unrichtig die Entfaltung der Ereignisse vorweggenommen hat6 . Der zweite mögliche Schuldige ist Adapa selbst, weil er einen zu großen Gehorsam dem Eridusgott gegenüber bewiesen hat, statt vor Anu selbständig zu handeln7 .
Der Verdacht, die auf den Gott Ea abzielt, ist nicht unbegründet8 . Dieser Gott scheint wirklich den perfekten Verdächtigen zu sein, und die ganze mesopotamische Mythologie trägt zu diesem Eindruck bei. Die Texte, deren Protagonist Enki/Ea ist, preisen diesen Gott und seine charakteristischen Eigenschaften, dank denen er eine unter der komplexsten und dynamischsten Figuren des sog. mesopotamischen Pantheons ist. Allwissender, weiser, weitsichtiger Gott nimmt an allen großen Plänen und Entscheidungen teil, z.B. die Weltordnung, die Schöpfung der Menschheit usw., die sowohl die Menschen – als auch die Gottheitenwelt betreffen, und er kann dank seinen Eigenschaften viele heikle Lagen erledigen. Die der vielen mesopotamischen Mythen Handlungen tragen den Abdruck seiner Interventionen. Die assyriologische Fachliteratur schreibt diesem Gott die Lösungen einer Mythen zu, deren Protagonisten andere Gottheiten sind, obwohl sein Beitrag daran unklar ist9 . Hier zwingt es jedoch eine Bemerkung auf: Enki/Ea muss vielmals von anderer ihm spezifischen Eigenschaft, uzw. die Schauheit , der viele von seinem Erfolge verdanken, Gebrauch machen, um seine Ziele zu erreichen10 . Dieses perfekt, ideales Bildnis scheint nur die Fragmente einiger Mythen befleckt zu sein, aber Enki/Ea ist auch in diesen Texten derjenige, der verschiedene Lagen erledigt11 .
Die Beziehungen dieses Gottes zu den Menschen sind besonders. Enki/Ea ist einen Mythen nach den Schöpfer der Menschen12 , darum ist er vielleicht näher von diesen als andere Gottheiten. Aber die Aufmerksamheit, die Enki/Ea der Menschheit schenkt, ist nicht der Beweis einer selbstlosen Liebe, sondern sie hängt eng mit dem einmaligen Zweck, für den die Menschen geschafft worden sind, uzw. die Gottheiten zu bedienen, zusammen13 . Dafür verteidigt Enki/Ea die Menschen, wenn der Zorn oder die Pläne der Gottheiten ihre Existenz bedrohen14 . Dieselbe mesopotamische Überlieferung behaupt andererseits, die Menschen verdanken diesem Gott ihre Bedingung als Sterbliche15 . Jeder Mensch hat, außer diesen gemeinsamen Schicksal, ein individuelles Schicksal, das jedoch auch in Bezug mit der Bedienung der Gottheiten ist. Enki/Ea, Mitglied in der Gruppe der Hauptgottheiten, ist einer von jenen, die diese Schicksal bestimmen, und kann er auch sogar sie anpassen16 .
Nach dieser kurzen aber nötigen Abschweifung in der Gesamtheit der Enkis/Eas Mythologie17 , nehme ich das Thema dieses Aufsatzes wiederauf. Das erste Fragment des Mythos enthält meiner Meinung nach das von Ea dem Helden festgelegte Schicksal. Der Gott will, indem er seinem Untertanen Weisheit und Geschicklichkeit schenkt, damit Adapa die Menschen lernt und führt18 . Adapa ist auch der einzige, der den Kult seines Schöpfers in Erfüllung gehen darf, weil er rein ist, d.h. ohne Sünden. Der Text ist hier sehr klar: „Ohne ihn konnte der Tisch nicht gereinigt werden“19 . Die Anwesenheit von Adapa scheint kurz und gut unentbehrlich für die Stadt Eridu zu sein. Dem Helden fehlt eine einzige Eigenschaft, damit er wirklich wie die Götter ist: das ewige Leben, das Ea ihm nicht gab. Der Text enthüllt uns nicht, ob Ea seinem Untertanen die Unsterblichkeit schenken nicht wollte oder nicht konnte, darum kann man diesbezüglich nur Voraussetzungen machen. Bevor er zum Himmel hinaufsteigt, wird Adapa von Ea geraten. Wenn der erste Teil der Ratschlägen richtig war, hindert der zweite Adapa die Unsterblichkeit zu erzielen. Hat sich Ea trotz seiner sprichwörtlichen Klugheit getäuscht? Meiner Meinung nach ist das eine wenig vermutliche Hypothese. Das Eas Allwissen wird auch in diesem Mythos vermittels eines Kontrastes ausgezeichnet: während der Eridusgott weiß, was sich im Himmel abspielt20 , kennt Anu nicht die Gründe, für die Ea seinem Untertanen die Geheimnisse des Himmels und der Erde enthüllt hat21 . Dazu erfährt Anu die Gründe des Südwindsfehlens nur dank seinem Wesir Ilabrat22 . Der Eas letzte an Adapa gerichtete Rat, uzw. der Held musste von den bekommenen Ratschlägen keinesfalls abbringen, wirft eine andere interessante Frage auf. Man kann gemäss dieses Rates verstehen, Anu hätte seine Absichten betreffs Adapa nicht angewandt können, wenn der Held die Ratschläge seines Schöpfers eingehalten hätte23 . Das scheint jedoch sogar von der Überraschung von Anu, der nicht versteht, wie ein anderer Gott sich seinem Willen widersetzen konnte, widerlegt zu sein.
Man kennt eigentlich Anus Absicht betreffs Adapa nicht. Der Text ist nochmals unklar. Der Schuldige wird vor dem Hauptgott gerufen, aber man kennt die Strafe nicht, die verhängen sollte24 . Anu ist zweifellos auf Adapas Tat geärgert, und das Urteil war wahrscheinlich unvermeidbar. Anus Zorn war Eas Worte nach so groß, dass der Hauptgott dem Helden Todesspeise und Todestrank anzubieten vorhatte, d.h. Adapa totzuschlagen. Aber die Tat, dass Ea seinem Untertanen gesagt hat, dass Anu sich beruhigen wird, stellt jedoch zur Diskussion die Wahrheit der Worte von Ea, die sich auf die Lebensgefahr, die auf Adapa im Himmel lauert, beziehen. Ich bin der Meinung, der betreffende Absatz kann den Schlüssel des in diesem Aufsatz gehandelte Thema sein25 .
Indem der Eridusgott von Adapa die bekommenen Ratschläge genau zu befolgen verlangt hatte, hat Ea die göttliche Hierarchie und die göttlichen Gesetze, denen nach die Gebote des Hauptgottes wichtiger als die Gebote der anderen Gottheiten waren, mißachtet. Darum ist Anu überrascht. Ich glaube, Anus Überraschung zielt sowohl auf Ea als auch auf Adapa ab26 . Der Held zog Eas Ratschlägen zu trauen vor, statt Anus Angebot anzunehmen. Er hat dadurch die Gelegenheit unsterblich zu werden verpasst. Das ist das Verhalten, das einige von den Textinterpreten als Grund des Mißerfolgs betrachten. Alle Texte bezüglich der Menschheitserscheinung, die in gewißen Hinsichten differieren können27 , drücken im Einklang eine einzige Wahrheit aus: die Menschen sind auf den Wunsch der Gottheiten geschafft worden, um ihren Schöpfer zu dienen und zu folgen28 . Ich bin der Meinung, die Gestalt Adapa kann perfekt in dieser Menschanschauung eingestuft werden, obschon es jedoch in diesem Mythos zwei Momente gibt, in denen der Held sich ungehorsam zu benehmen scheint. In einem von ihnen lehnt Adapa Anus Angebot ab29 . Der zweite Moment stellt die Tat vom Helden, der den Flügel des Südwinds vermittels eines Fluchs bricht, dar30 . Eine von den Verfassern glaubten, dass man in diesem Absatz einen Empörungsbeweis des Helden entgegen der von den Gottheiten festgestandenen Ordnung identifizieren kann31 . Diese Tat von Adapa ist meiner Meinung nach eher ein Argument zugunsten seiner Frommigkeit. Der Süwind gefährdete wahrscheinlich durch seine Tat die Erfüllung der Verpflichtungen, die Adapa dem Gott Ea gegenüber hatte. Die vor dem Hauptgott angesprochene Adapas Rede scheint diese Vermutung zu bestätigen: der Held sagt, er fischte für seines Herrn Haushalt (household), d.h. Eas Tempel32 . Das gehorsame Verhalten von Adapa kann auch anderfalls erklärt werden. Die Frommigkeit ist zweifellos einer von den Gründen seines Verhaltens, aber man fügt daran noch einen möglichen Grund hinzu: die Furcht vor den (eventuellen) Folgen seiner Geste. Adapa ist sich vielleicht dessen bewußt, dass er ein Gesetz, dem nach der Mensch den Gottheiten entgegnen nicht darf, verletzte, darum aussucht er wahrscheinlich den Ratschlägen seines Schöpfers zu folgen. Der Mensch sogar, der niemals den Gottheiten gegenüber fehltrat, ist der göttlichen Belohnung der mesopotamischen Überlieferung nach nicht sicher, und er hat keine Sicherheit, dass die Laune der Gottheiten auf ihn nicht abwenden wird. Je mehrere Sünde ein Mensch hat, um so stärker muss er sich vor dem göttlichen Zorn furchten33 . Der Held hat dank dem ersten Teil des Eas Ratschlägen Tammuz und Gizzida auf seiner Seite anziehen können. Die beiden Götter verwenden sich für ihn vor Anu und glücken den Hauptgott zu überreden. Das Vertrauen von Adapa zu den Eas Worte hat folglich gefestigt.
Am Ende dieser kurzgefaßten Analyse lösen sich einige Folgerungen los. Die Hypotese, die Adapas Mißerfolg als einen einfachen Zufall betrachtet, ist meiner Meinung nach unrichtig34 . Die Mesopotamer schrieben alles, was sie kannten, z.B. von den Zahnschmerzen bis zu den bezüglich göttlichen und menschlichen Universum großen Plänen, dem göttlichen Willen zu35 . Das ganze Leben, d.h. nicht nur die wichtigen Ereignisse sondern auch die täglichen Vorfälle, wurde als Folge der Absichten der Gottheiten betrachtet, und es konnte so erklärt werden. Obwohl man im Fall des alten Mesopotamien über das Gewissen der ursprünglichen Sünde nicht sprechen kann, hatten die Mesopotamer andererseits den Sündesbegriff, und sie glaubten, sie konnten gewiße Vorfälle darunter erklären. Es war also nichts Zufälliges36 .
Insofern ich den Text des Mythos richtig verstanden habe, bin ich der Meinung, dass Adapa am eigenen Mißerfolg unschuld ist. Er ist trotz der zweiten Ungehorsamsakten, die ich eher als Beweise seiner Frommigkeit betrachte, die Repräsentation des frommen Menschen. Sowohl als er sich am Südwind gerächtet hat, als auch als er Anus Angebot verweigert hat, scheint Adapa auf diese Weise zu handeln, weil er den treuen Diener seines Gottes Ea ist. Indem er dem Hauptgott oder dem Eridusgott folgen muss, wählt Adapa die Ratschläge seines Schöpfers einzuhalten. Der Gott Ea ist näher von Adapa als der Gott Anu. Während der Hauptgott sich im Himmel erfindet, d.h. weit von der Menschheit, verbringt Ea genug Zeit auf die Erde, in seinem Tempel aus Eridu37 . Folglich ist Ea eher des Helden Vertrauens als Anu, der einen unzugänglichen und geheimnisvollen Gott scheint, würdig. Die Wahl von Adapa ist, von diesem Standpunkt aus, normal, obwohl sie die göttliche Hierarchie nicht einhält.
Der Beitrag des Gottes Ea zum Mißerfolg des Helden kann nicht deutlich entziffert werden. Das Bildnis dieser Gottheit, wie es sich aus der mesopotamischen Mythologie ergibt, bestätigt dennoch die Meinung, der nach Ea am Mißerfolg von Adapa schuld ist, den er absichtlich getrogen hat. In diesem Fall bleiben jedoch die Gründe unklar, für die der Gott an seinem Untertanen auf diese Weise gehandelt hat. Die Tatsache, dass das von Ea dem Helden festgelegte Schicksal mit der Unsterblichkeit unvereinbar war, ist meiner Meinung nach eine mögliche Erklärung dafür. Adapa musste die Menschen lehren und führen und den Kult des Eridusgottes in Erfüllung gehen38 . Wenn man berücksichtigt, dass die Gottheiten den einzigen Menschen, der unsterblich geworden ist, d.h. sum. Ziusudra/akk. Utanapištim, von den Sterblichen getrennt haben39 ,scheint diese Hypothese nicht so gewagt zu sein. Ea weiß einerseits, Anu wird dem Helden Lebensspeise un Lebenstrank anbieten, und andererseits, Adapa – wie jedwelcher Mensch – wird die gebotene Chance nicht verweigern, darum der Eridusgott zu einer List seinem Untertanen gegenüber greift. Am Ende dieses Aufsatzes bin ich der Meinung, dass die Hypothese,der nach der Gott Ea am Mißerfolg des Helden schuld ist, die plausibelste Erklärung für die bekannte Lösung des Mythos ist 40 .

ANMERKUNGEN:
1 Die literarische Gattung dieses Textes ist noch undeutlich (man spricht über den Mythos/die Legende/das Epos), aber ich habe mir in diesem Aufsatz dieses zu stellende Thema zur Diskussion nicht vorgenommen. Für die verschiedenen Meinungen, die sich sowohl auf dieses Text als auch auf die mesopotamische Literatur im allgemeinen beziehen, sieh: H. und H.A. Frankfort, Myth and Reality, in dies. (Hrsg.): The Intellectual Adventure of Ancient Man. An Essay on Speculative Thought in the Ancient Near East, Chicago und London, 1972, S. 3-27, bes. S. 14-15; J. Bottéro und S.N. Kramer, Lorsque les dieux faisaient l’homme. Mythologie mésopotamienne, Paris, 1989, S. 79-104, bes. S. 93; B. Meissner, Die babylonisch-assyrische Literatur, Potsdam, 1928, bes. S. 47-48; G.S. Kirk, Myth. Its Meaning and Function in Ancient and Other Cultures, Cambridge, 1970, bes. S. 122-131; G. Komoróczy, Die mythologische Epik in der sumerischen Literatur, Annales Univ. Sc. Bud. R.E. Nom., Sectio Classica, 5-6 (1977-78), S. 145-153 (und Anm. 1-3) H.L.J. Vanstiphout, The Use(s) of Genre in Mesopotamiam Literature. An Afterthought, ArOr 4, 67 (1999), S. 703-717.
2 Der Mythos ist uns dank vier auf den Tontafeln geschriebenen Fragmente eingetroffen. Außer einem Fragment (B), das vom El’Amarna Archiv aus Ägypten abstammt (das 15/14. Jahrhundert v.u. Z.), stammen die andere (A, C, D) von der Bibliothek Aššurbanipals aus Niniveh ab (das 7. Jahrhundert v.u. Z.). Der des sehr lückenlichen Fragments C Inhalt entspricht ungefähr den Zeilen 12:21 des Fragments B.
3 S. dafür die Mythosübersetzung von E.A. Speiser, in J.B. Pritchard (Hrsg), The Ancient Near East. An Anthology of Texts and Pictures, Princeton, 1958, S. 76-80.
4 G.S. Kirk, a.O., S. 123; H. Ringgren, Die Religionen des Alten Orients, Berlin, 1987, S. 137; G. Leick, A Dictionary of Ancient Near Eastern Mythology, London und New York, 1991, S. 2-3. Ich teile B. Meissners Meinung nicht, gemäss der wahrscheinlich Adapa die Weltherrschaft auf Erden als Ersatz für seinen Mißerfolg erhalten hat. Ich glaube, es gibt dafür kein Beweis. S.B. Meissner, a.O., S. 48.
5 H. und H. A. Frankfort, a. O., S. 15; E. Dhorme und R. Dussaud, Les anciennes religions orientales, II, Paris, 1949, S. 16; L. Oppenheim, La Mésopotamie. Portrait d’une civilisation., Paris, 1970, S. 274.
6 P. Dhorme, Choix des textes religieux assyro-babyloniens, Paris, 1907, S. 157; L. Delaporte, La Mésopotamie. Les civilisations babylonienne et assyrienne, Paris, 1923, S. 191.
7 G. Roux, La Mésopotamie. Essai d’histoire politique, économique et culturelle, Paris, 1985, S. 105; vgl. ders., Adapa, le vent et l’eau, RA 55 (1961), S. 13-33; I. Banu, Filozofia Orientului antic [Die Philosophie des alten Orients], 1, Bukarest, 1967, S. 104.
8 S. Dalley, Myths from Mesopotamia.Creation, the Flood, Gilgamesh and Others, Oxford und New York, 1998, S. 182-183 und Anm. 8 u. 10 (S. 188).
9 Der Mythos Nergal und Ereškigal ist meiner Meinung nach ein entsprechendes Beispiel. Die Assyriologer J. Bottéro und S.N. Kramer meinen, dass Nergals Widmung als König der Unterwelt die von Ea gemochte Lösung war, weil dieser Gott „zu weitsichtig“ (trop pénétrant) usw. ist., um dieses Ende nicht vorauszusehen. S. dafür J. Bottéro, S.N. Kramer, a.O., S. 437-464, bes. S. 458 u. S. 463-464. Vgl. dazu O.R. Gurney, The Sultantepe Tablets (continued). VII. The Myth of Nergal and Ereškigal, AnSt. 10 (1960), S. 105-131, bes. S. 128 (Anm. betreffs II22).
10 S. dafür z.B. das Atrahasis-Epos, III, 1:50 (Es scheint, Enki kann sich nicht der Entscheidung der Gotteiten, die die Menschheit durch die Sinntflut vernichten wollten, widersetzen. Obwohl er geheimhalten sollte, enthüllt Enki seinem gläubigen Untertanen die Absichten der Gottheiten vermittels eines Traums; überdies legt der Gott den Beginnsmoment der Sinntflut in sieben Tagen fest. Der Untertanen hat folglich genug Zeit, um sich vor der Katastrophe zu retten.); die Mythen Nergal und Ereškigal, A. 12:24, B. IV 27:34 (Ea „verdunkelte“ Nergal, der die Königin der Unterwelt beleidigte, damit Ereškigals Berater Namtar ihn nicht erkennt.), und Die Vorleckung und die Strafung siegreichen Ninurta, 10:24 (Enki versucht Ninurta zu schmeicheln, um von seinen Ziele abzubringen).
11 S. dafür die Mythen Enki und Ninmah, 1:24 (Enki scheint die Nöte die Gottheiten, die arbeiten mussten, nicht zu kennen), Enki und Ninhursag, 196:219 (Enki aß die Pflanzen, bevor er ihre Schicksal festlegt), Inanna und Enki, V, 40:64 (Nach dem Bankett mit Inanna scheint Enki nicht zu erinnern, dass er der Göttin seine „göttlichen Kräfte“ gegeben hat. Dafür fragt er seinen Pagen, der dem Gott erklärt). Vgl. dazu B. Alster, On the Interpretation of the Sumerian Myth „Inanna and Enki“, ZA 64, I (1975), S. 20-34; S.N. Kramer, The Sumerians. Their History, Culture and Character, Chicago, 1964, S. 149-151.
12 S, dafür z.B. der Mythos Enki und Ninmah, 17:36, das Atrahasis-Epos, III 204:250 und das Epos Enuma Eliš, VI 1:38.
13 S. dafür z.B. der Mythos Enki und Ninmah, 24:37 und das Atrahasis-Epos, III 188:204. S. auch dazu T. Jacobsen, The Good Life, in H. und H.A. Frankfort (Hrsg.), a.O., S. 202 ff; F.R. Kraus, Altmesopotamisches Lebensgefühl, JNES 19 (1960), S. 117-132.
14 S. dafür z.B. das Atrahasis-Epos, IV 30:45 (Enki versucht zu widersetzen, wenn die Gottheiten die Menschheit zu vernichten bestimmen, und bringt er diesen in Erinnerung, dass die Menschen für sie geschafft worden sind). S. auch Anm. 9.
15 S. dafür z.B. das Atrahasis-Epos, III 204:218, VI 45:48 (Der Gott fasst diesen Beschluß, um künftig die eventuelle radikale entgegen den Menschen Maßnahmen zu meiden, oder damit die Menschen ein göttliches Schicksal nicht fordern können).
16 S. dafür Enki und Ninmah, 55:79.
17 Für alle Verweise in bezug auf die Quellen, außer dem Mythos von Adapa, s.: J. Bottéro, S.N. Kramer, a.O.
18 Mythos von Adapa, A. 3,6
19 M.A., A. 14
20 M.A, B. 14
21 M.A, B. 57:59
22 M.A, B. 7:12
23 M.A, B. 33:34
24 P. Dhorme, a.O., S. 156,. Der Verfasser meinte, Anu bietet Adapa Lebensspeise und Lebenstrank an, weil er das Eas Fehlen, der dem Helden das ewige Leben nicht gewährt hatte, verbessern wolte. G.S. Kirk, a.O., S. 123-124. Indem er dem Helden Lebesspeise und Lebenstrank anbot, wollte Anu wahrscheinlich über Ea lustig machen, und seine Überlegenheit dem Eridusgott gegenüber zu demonstrieren.
25 M.A., B. 26:31
26 M.A., D. 4:6
27 Ich beziehe mich auf sozusagende „Einzelheiten“ des Vorgangs der Menschheitserscheinung: die Protagonisten, der Menschheitsgeburtsort, die Schöpfungsweise usw. hängen von den historischen Zeitspannen, von dem Herkunftsort usw. ab. Vgl. dafür z.B.: Enki und Ninmah, Atrahasis Epos, Enuma Eliš.
28 S. Anm. 12
29 M.A., B. 61:63
30 M.A., B. 2:6
31 I. Banu meint im zitierten Buch (S. oben, Anm. 7), Adapa hat durch seine Gesten ein prometheisches Verhalten bewiesen (S. 104-105). Der Verfasser definiert „das prometheische Verhalten“ (S. 101-102) und behauptet, es ist nicht nötig, alle seine Charakteristiken zusammengeschlossen zu sein, damit man über ein solches Verhalten sprechen kann. Vgl. dazu ders., Le moment prométhéen du počme Gilgamesh et son rôle dans l’histoire de l’athéisme oriental, Acta Ant. Hung. 9, 1-2 (1961), S. 15-25, bes. S. 15-16.
32 M.A., B. 49:54
33 S. dafür T. Jacobsen, The Good Life, in H. und H.A. Frankfort, a.O., S. 202 ff., bes. S. 205; Gh. Vlăduţescu, Introducere în istoria filosofiei Orientului Antic [Einleitung in der Philosophiegeschichte des alten Orients], Bukarest, 1980, S. 128-137, bes. S. 131. Es gibt in der assyriologischen Fachliteratur einen völligen Einklang in bezug auf dieses Thema.
34 B. Meissner, a.O., S. 48.: „Die Legende von Adapa… erzählt die Geschichte, wie es gekommen ist, dass die Menschen nicht das ewige Leben erlangt haben. Das Thema ist hier also das gleiche wie in der Erzählung seines Namensvetters Adam; nur wird der Verlust des ewigen Leben in der Bibel auf moralische Verfehlungen zurückgeführt, während er in Babylonien durch einen Zufall erklärt wird.“
35 S. dafür z.B. der Mythos Enki und die Weltordnung, und das Epos Enuma Eliš.
36 Dafür schätzten die Mesopotamer so viel die Astrologie und die Magie ein, weil sie die Ereignisse voraussehen wollten. S. auch J. Gwyn Griffiths, The Divine Verdict. A Study of Divine Judgement in the Ancient Religions, Leiden, 1991, S. 35-40.
37 M.A., A. 16:18
38 M.A., A. 3:18. S. auch Anm. 1, S. 77, in J.B. Pritchard, a.O., und G. Komoróczy, Zur Deutung der altbabylonischen Epen Adapa und Etana, in E. Ch. Welskopf:Neue Beiträge zur Geschichte der alten Welt.I.Alter Orient und Griechenland, Berlin ,1964, S.31-50, bes.S.38-43.
39 J. Bottéro, S.N. Kramer, a.O., S. 567 u. S. 575.
40 Unglücklicherweise waren die folgende Beiträge zum Thema mir unerreichbar: S.A. Picchioni, Il Poemeto di Adapa, Budapest, 1981; P. Xella, L’inganno di Ea nel mito di Adapa, Or.Ant. 13 (1973); G. Buccellati, Adapa, Genesis and the Notion of Faith, Ugarit Forschungen, 5 (1973).

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